Vom Zahnbohrer zum rotierenden High-Tech-Instrument: Meisinger schreibt vom Start weg Innovationsgeschichte

11.03.2013

Wegen solcher Unternehmen wird die deutsche Wirtschaft im Ausland besonders geschätzt: Mittelständler, seit Gründung über Generationen hinweg in Familienhand, technologische Spitzenleistung, unbedingter Qualitäts- und Innovationswille, konsequenter Kundenfokus.

Hager & Meisinger im nordrhein-westfälischen Neuss ist genau ein solches Unternehmen. Im Markt für Dental- und Medizintechnik trägt es das Qualitätssiegel „Made in Germany“ hinaus in alle Welt. Jetzt wird das Familienunternehmen 125 Jahre alt.

1888
Mitten in den Gründerjahren, als sich Deutschland in Riesenschritten von einer Agrar- in eine Industrienation wandelte. Artur Meisinger hatte als Inhaber eines Uhrengeschäftes bereits Kontakt zu Zahnbohrern, die er in seinem Laden mitverkaufte. Er erkannte das Potenzial des aus den USA herüberschwappenden Wachstumsmarktes, gab das Uhrengeschäft auf und gründete am 15. Juni 1888 in Düsseldorf die „Deutsch-Amerikanische Zahnbohrerfabrik“ – just an dem Tag, als Wilhelm II. als letzter Deutscher Kaiser in Berlin den Thron bestieg.

Der Zahnbohrer war damals schon die Innovation an sich, der Bedarf riesengroß und die Sortimente klein. Artur Meisingers Fabrik war eine der weltweit ersten Unternehmen, die solche Bohrer maschinell herstellen konnte. Wobei die Maschinisierung der Produktion in den Anfangstagen noch nicht alle Arbeitsschritte umfasste: Die Stahlbohrer wurden per Hand verzahnt, am Bunsenbrenner gehärtet und in rohen Kartoffeln abgeschreckt.
Die Bohrer wurden vor allem für die damals sich schnell verbreitenden Tretbohrmaschinen benötigt (das elektrisch angetriebene Doriotgestänge war 1888 noch nicht erfunden). Per pedes brachten die Dentisten die Meisinger-Bohrer auf eine Drehzahl von bis zu 2.000 U/min. Zum Vergleich: Heute erwartet die Meisinger-Instrumente in Druckluft-Turbinen eine rund 200 Mal schnellere Rotation.
Ein ehemaliger Feinmechaniker Artur Meisingers, Willy Noack, gründete 1912 zusammen mit Erwin Hager einen Wettbewerber zu Meisinger. Zwölf Jahre später verbanden sich die beiden Unternehmen jedoch zu Hager & Meisinger; es entstanden die Marke Meisinger und das orange-weiße Markenzeichen, das auf der Unterschrift von Artur Meisinger basiert.

125 Jahre später...
Heute ist Hager & Meisinger einer der weltweit führenden Entwickler und Hersteller von rotierenden High-Tech-Instrumenten im Bereich der Dental- und Medizintechnik. Das Sortiment aus Bohrern, Fräsern, Finierern, Schleif- und Polierinstrumenten sowie aus Spezialinstrument-Systemen für Endodontie, Kieferorthopädie, HNO- und MKG-Chirurgie sowie orale Implantologie (Bone Management) umfasst rund 12.000 Produkte. Teile des Portfolios werden für Anwendungen im Juwelier- und Kosmetikbereich adaptiert. Am heutigen Stammsitz Neuss entstehen jährlich rund 45 Millionen Einzelinstrumente, die in mehr als 100 Ländern über 600 Handelspartner vertrieben werden.
Dass das Familienunternehmen heute weltweit 350 motivierten Menschen einen interessanten Arbeitsplatz sichert, daran hat die heutige vierte Meisinger-Generation ihren Anteil: Dr. Burkard Höchst (48), ein Enkel der zweiten Meisinger-Generation, und Sebastian Voss (45), Urenkel der Mitgründerfamilie Noack.
Dabei hatten die beiden ihre Karrierepläne nicht a priori mit Meisinger verknüpft. Beide schlossen zunächst ihr Studium ab – Höchst als Dr.-Ing. an der RWTH Aachen, Voss als Diplom-Kaufmann an der Universität Würzburg – und sammelten weitere berufliche Erfahrungen, bevor sie das Unternehmen 1997/98 übernahmen.

„Wir haben eine für Familienunternehmen typische Situation vorgefunden“, erinnert sich Voss. „Die Vorgängergeneration war eigentlich schon etwas zu alt, was einen gewissen Entscheidungsstau zur Folge hatte. Wir waren noch zu jung und relativ unerfahren. Das war Risiko und Chance zugleich.“

Risiko und Chance - Meisinger wird in vierter Generation übernommen
Die beiden nutzten mutig Ihre Chance, übernahmen gemeinsam die Verantwortung und bildeten ihren Kernkompetenzen entsprechende Ressorts – Dr. Höchst für die Bereiche Produktion und Logistik, Voss für den Vertrieb und das Marketing – und legten los: Gründung einer Vertriebsniederlassung in den USA; Bau einer neuen Firmenzentrale in Neuss, um die bislang in Düsseldorf versprenkelten Betriebsteile endlich unter einem Dach zu vereinen; Diversifikation der Produktportfolios.
Eines der neuen Geschäftsfelder, die orale Implantologie, spiegelt den neuen Spirit wider, mit dem das Unternehmer-Tandem das Meisinger-Motto „Tradition – Präzision – Innovation“ zeitgemäß ganzheitlich interpretiert. Statt nur einzelne Instrumente anzubieten, entwickeln die beiden ein komplettes System zur kontrollierten Optimierung des knöchernen Implantatlagers – das Meisinger Bone Management. Damit nicht genug: Sie gründen eigens eine Event-Abteilung, um die Fortbildung von Zahnärzten auf das System zu organisieren – in Deutschlands übrigens in Kooperation mit Porsche in deren Vertriebszentren. Mittlerweile zählt sogar ein Implantologie-Symposium zum hauseigenen Event-Programm.

Die Impulse für Innovationen bekommen Dr. Höchst und Voss meist von Praktikern aus dem Markt und Wissenschaftlern an den Universitäten. Die technologische Umsetzung allerdings erfolgt auf eigenen Maschinen, „die es so nirgends zu kaufen gibt“, erläutert Dr. Höchst. „Wir haben unseren Maschinenpark größtenteils selbst entwickelt. In unserer Fertigung stecken 125 Jahre Erfahrung. Nur so können wir uns heute an die Grenzen des physikalisch Machbaren herantasten, wenn wir zum Beispiel in einen Hartmetallrohling mit einem Durchmesser von weniger als einem Millimeter bis zu 30 Zähne schleifen.“

Produkte auf höchstem technischen Niveau
Auf diese Weise stehen heute hochpräzise Fertigungsverfahren für die Materialien Titan, Stahl, Hartmetall, Diamant, Keramik, Kautschuk und Kunststoff zur Verfügung, für Produkte mit Abmessungen ab 0,1mm, unter Kontrolle von computergestützten, teilweise berührungslosen Messverfahren. 

Zur Umsetzung des festen Willens, dem Stand der Technologie stets einen Schritt voraus zu sein, braucht es ein kompetentes, bestens ausgebildetes Team. Deshalb fördert Hager & Meisinger die technologische Weiterbildung der Mitarbeiter, die Zusammenarbeit mit externen Partnern, eine enge wissenschaftliche und anwendungsorientierte Kooperation mit Kunden, internationalen Universitäten, Kliniken, Schulen und Instituten. Kritisches Feedback der Anwender und wissenschaftlicher Experten ist eine der wesentlichen Grundlagen für marktgerechte Weiter- und Neuentwicklung – ebenso wie der Mut, neue Ideen auch in die Tat umzusetzen.

Auf Mut und Innovation sind Dr. Burkard Höchst und Sebastian Voss in wirklich allen Unternehmensbereichen programmiert. Selbst die Frage, ob neue Wege zum Gedankenaustausch und Dialog mit dem Markt führen können, haben sie für die Marke Meisinger längst beantwortet: Wie selbstverständlich ist Meisinger nicht nur im Internet aktiv, sondern auch in Social Media.

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